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Motorrad-Grundfahraufgaben | Fahrschule Dreams
Fahrschule Dreams

Motorrad-
Grundfahr­aufgaben

Das ausführliche Ausbildungs- und Prüfungshandbuch – digital, übersichtlich und für jedes Gerät optimiert.

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01

Grundlagen & Prüfungssystem

Die Grundfahraufgaben zeigen, dass Bewerberinnen und Bewerber das Motorrad selbstständig handhaben und fahrphysikalische Grundlagen sicher anwenden können.

ObligatorischVier Pflichtaufgaben

Slalom mit Schrittgeschwindigkeit, höchstmögliche Verzögerung sowie beide Ausweichaufgaben.

DirekteinstiegZwei zusätzliche Aufgaben

Eine Aufgabe aus Slalom/Langer Slalom und eine aus Schritt geradeaus/Stop and Go/Kreisfahrt.

SummeSechs Aufgaben

Beim Direkteinstieg werden insgesamt sechs Grundfahraufgaben gefahren.

Stufenweiser ZugangVier Aufgaben

Nach zweijährigem Vorbesitz A1→A2 oder A2→A entfallen die Alternativaufgaben.

50km/hbei Brems- und Ausweichaufgaben
5km/hungefähre Schrittgeschwindigkeit
15cmMindesthöhe der Leitkegel

Rechtsgrundlage: Anlage 7 FeV. Einzelheiten ergeben sich aus der zum Prüfungszeitpunkt geltenden Prüfungsrichtlinie und dem Fahraufgabenkatalog. Anlage 7 FeV öffnen.

02

Allgemeine Anforderungen

  • Wenn möglich außerhalb des öffentlichen Verkehrs, sonst auf verkehrsarmen, möglichst ebenen Straßen oder Plätzen.
  • Leitkegel müssen mindestens 15 cm hoch sein und dürfen aus Sicherheitsgründen keine Bodenplatte besitzen.
  • Die Ausweichaufgaben werden nur nach links geprüft; alle Aufgaben werden sitzend gefahren.
  • Vor jeder Aufgabe bzw. beim Anfahren ist der rückwärtige Verkehr entsprechend den StVO-Anforderungen zu beobachten. Beim Anfahren vom Fahrbahnrand ist zu blinken.
  • Erforderliche Schutzkleidung: Helm, Handschuhe, anliegende Jacke und mindestens knöchelhohes festes Schuhwerk.
  • Zur selbstständigen Handhabung gehören Auf- und Abbocken, ggf. seitliches Schieben sowie korrektes Anlassen und Einziehen des Ständers.
Nr.AufgabeMaße / GeschwindigkeitStatus
1Slalom Schritt6 Kegel · 5 × 3,5 m · ca. 5 km/hPflicht
2Bremsenca. 50 km/h → StillstandPflicht
3Ausweichen ohne Bremsenca. 50 km/h · 1-1,5 m · frühestens 9 mPflicht
4Ausweichen nach Bremsen50 → ca. 30 km/h · 1-1,5 m · frühestens 7 mPflicht
5Slalom5 Kegel · 4 × 7 m · ca. 30 km/h1 aus 5/6
6Langer Slalom7 Kegel · 4 × 9 m + 2 × 7 m · ca. 30 km/h1 aus 5/6
7Schritt geradeausca. 25 m · ca. 5 km/h1 aus 7/8/9
8Stop and Gomehrfach anhalten/anfahren1 aus 7/8/9
9KreisfahrtRadius 4,5 m · Durchmesser 9 m1 aus 7/8/9
03

Slalom mit Schrittgeschwindigkeit

Schematische Trainingsdarstellung
3,50 m3,50 m3,50 m3,50 m3,50 m

6 Leitkegel · 5 Abstände à 3,50 m · ca. 5 km/h

Prüfungsablauf & Maße

  • 6 Leitkegel, 5 Abstände à 3,50 m (Mitte zu Mitte).
  • Schrittgeschwindigkeit ca. 5 km/h.
  • Mit Gleichgewicht und richtiger Handhabung von Kupplung, Gas und Bremse durchfahren.

Training

  • Blickführung weit durch die Strecke.
  • Ruhige Lenkimpulse.
  • Kupplung und Gas fein dosieren.

Typische Fehler

Überschreiten der Schrittgeschwindigkeit, Auslassen eines Feldes, Umwerfen eines Leitkegels oder Absetzen eines Fußes auf die Fahrbahn.

04

Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung

Schematische Trainingsdarstellung
ca. 50 km/hStillstandhöchstmögliche Verzögerung

ca. 50 km/h → höchstmögliche Verzögerung → Stillstand

Prüfungsablauf

  • Aus etwa 50 km/h zum Stillstand abbremsen.
  • Beide Bremsen gleichzeitig benutzen.
  • Das Motorrad darf nicht wesentlich von der Fahrlinie abweichen.

Hinweis

Blockieren des Hinterrades bzw. Bremsen im ABS-Regelbereich ist nicht zu beanstanden, wenn das Motorrad stabil gehalten wird.

Typische Fehler

Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit, notwendige Verzögerung nicht erreicht, nur eine Bremse benutzt, wesentliches Abweichen von der Fahrlinie oder Abwürgen des Motors.

05

Ausweichen ohne Abbremsen

Schematische Trainingsdarstellung
Ausweichzone 1-1,5 mca. 50 km/hzurück auf die Fahrlinie

ca. 50 km/h · Ausweichen nach links · ohne Bremsen

Prüfungsablauf & Maße

  • Auf etwa 50 km/h beschleunigen.
  • Um etwa 1 bis 1,5 m nach links ausweichen.
  • Ausweichen frühestens 9 m vor der markierten Stelle beginnen.
  • Ohne zu bremsen zur ursprünglichen Fahrlinie zurückkehren.

Training

Mit gezieltem Lenkimpuls ausweichen, nicht um die Kegel herumlenken. Der Blick führt in die freie Ausweichrichtung.

Typische Fehler

Zu geringe Geschwindigkeit, zu frühes oder unzureichendes Ausweichen, Bremsen vor Rückkehr zur Fahrlinie, Füße von den Rasten oder Umwerfen des zweiten Leitkegels.

06

Ausweichen nach Abbremsen

Schematische Trainingsdarstellung
Bremsphase 50 km/hca. 30 km/h1-1,5 m nach links

ca. 50 km/h → kurz bremsen → Bremse lösen → ca. 30 km/h → ausweichen

Prüfungsablauf & Maße

  • Auf ca. 50 km/h beschleunigen und rechtzeitig kurz abbremsen.
  • Nach Lösen der Bremsen mit ca. 30 km/h ausweichen.
  • Ausweichbewegung 1 bis 1,5 m nach links.
  • Beginn frühestens 7 m vor der markierten Stelle.

Merksatz

50 → kurz bremsen → Bremse lösen → ca. 30 → Lenkimpuls → ausweichen → zurück.

Typische Fehler

Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit, zu frühes oder unzureichendes Ausweichen, Herumlenken, Bremse nicht lösen, erneutes Bremsen vor Rückkehr, Füße von den Rasten oder Umwerfen des zweiten Kegels.

07

Slalom

Schematische Trainingsdarstellung
7 m7 m7 m7 m

5 Leitkegel · 4 Abstände à 7 m · ca. 30 km/h

Prüfungsablauf & Maße

  • Strecke ca. 50 m.
  • 5 Leitkegel, Abstand 7 m von Kegelmitte zu Kegelmitte.
  • Geschwindigkeit ca. 30 km/h.

Training

Gleichmäßiges Tempo halten und den Blick frühzeitig in das nächste freie Feld richten.

Typische Fehler

Zu geringe Geschwindigkeit, Auslassen eines Feldes, Umwerfen eines Leitkegels oder Berühren der Fahrbahn mit einem Fuß.

08

Langer Slalom

Schematische Trainingsdarstellung
9 m9 m9 m9 m7 m7 m

7 Leitkegel · 4 × 9 m, anschließend 2 × 7 m · ca. 30 km/h

Prüfungsablauf & Maße

  • Strecke ca. 80 m.
  • 5 Leitkegel mit 9 m Abstand, anschließend 2 Leitkegel mit 7 m Abstand.
  • Anfangsgeschwindigkeit ca. 30 km/h, annähernd gleichbleibend.
  • Nicht im 1. Gang fahren.

Training

Tempo vor dem ersten Kegel stabilisieren, Blickführung weit voraus und den Rhythmus beim Wechsel von 9 auf 7 m bewusst anpassen.

Typische Fehler

Zu geringe Geschwindigkeit, Auslassen eines Feldes, Umwerfen eines Leitkegels oder Berühren der Fahrbahn mit einem Fuß.

09

Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus

Schematische Trainingsdarstellung
ca. 25 mSchrittgeschwindigkeit

ca. 25 m Gerade · Schrittgeschwindigkeit

Prüfungsablauf

  • Strecke ca. 25 m.
  • Schrittgeschwindigkeit bei stabilem Gleichgewicht.
  • Richtige Handhabung von Kupplung, Gas und Bremse.

Hinweis

Die ersten 5 m nach dem Anfahren werden bei der Bewertung seitlicher Abweichungen nicht berücksichtigt.

Typische Fehler

Überschreiten der Schrittgeschwindigkeit, mehrfaches Abweichen um mehr als 30 cm nach links oder rechts sowie ein Fuß oder beide Füße von den Fußrasten.

10

Stop and Go

Schematische Trainingsdarstellung
ANFAHRENSTOPANFAHRENSTOPANFAHREN

Mehrfach anhalten und anfahren · Fuß nur im Stand absetzen

Prüfungsablauf

  • Mehrfach anhalten und anfahren.
  • Gas, Kupplung und Bremse abgestimmt bedienen.
  • Zunächst zweimal mit einem Fuß, danach zweimal mit dem anderen Fuß absetzen.

Hinweise

  • Rückwärtige Beobachtung nur beim ersten Anfahren erforderlich.
  • Kein Gangwechsel während der Aufgabe nötig.

Typische Fehler

Falscher Gang beim Anfahren, Abwürgen des Motors, Füße während der Fahrt nicht auf den Rasten oder falsche Fußreihenfolge.

11

Kreisfahrt

Schematische Trainingsdarstellung
4,50 mKreisfahrtSchräglage erforderlich

Radius 4,50 m · Durchmesser 9,00 m

Prüfungsablauf & Maße

  • In einen Kreis mit 4,5 m Radius einfahren, mehrfach fahren und verlassen.
  • Markierung des Kreises nicht erforderlich.
  • Wahlweise links oder rechts, auf öffentlichen Straßen nur links.
  • Geschwindigkeit so wählen, dass Schräglage entsteht.

Hinweis

Rückwärtige Verkehrsbeobachtung ist nur vor dem Einfahren in den Kreis erforderlich.

Typische Fehler

Starkes Abweichen vom Radius oder von der Kreisform, Füße von den Rasten, falscher Gang oder keine erkennbare Schräglage.

12

Bewertung, Wiederholung & Nichtbestehen

Wiederholung

  • Direkteinstieg: höchstens drei Grundfahraufgaben je einmal.
  • Stufenweiser Zugang: höchstens zwei Grundfahraufgaben je einmal.
  • Eine Aufgabe muss auch bei der Wiederholung fehlerfrei ausgeführt werden.

Nicht bestanden

  • Gefährdung wegen ungenügender Verkehrsbeobachtung.
  • Anfahren von Personen, Fahrzeugen oder Gegenständen; Leitkegel ausgenommen.
  • Sturz.

Prüfungsorganisation

  • Bei A/A1/A2 erfolgt die Prüfung mit Führungsfunk; die geprüfte Person fährt überwiegend voraus.
  • Die praktische Prüfung dauert im Regelfall 70 Minuten, beim stufenweisen Aufstieg 60 Minuten. Die Mindestfahrzeit beträgt jeweils 30 Minuten.
  • Drei Sicherheitskontrollpunkte werden stichprobenartig geprüft, darunter Reifen, Not-Aus, Antriebselemente und Beleuchtung/Bedienung.

Fahrlehrer-Check vor der Prüfung

Die Auswahl alternativer Aufgaben trifft die amtlich anerkannte sachverständige bzw. prüfende Person. Maßgeblich ist stets die aktuell geltende Prüfungsrichtlinie.

13

Fahrlehrer-Spickzettel

Alle Maße und Geschwindigkeiten auf einen Blick.

AufgabeKegelAbstand / StreckeGeschwindigkeit
Slalom Schritt65 × 3,50 mca. 5 km/h
Bremsenca. 50 km/h → 0
Ausweichen ohne Bremsenmarkierte Stellefrühestens 9 m · 1-1,5 m Ausweichwegca. 50 km/h
Ausweichen nach Bremsenmarkierte Stellefrühestens 7 m · 1-1,5 m Ausweichweg50 → ca. 30 km/h
Slalom54 × 7 m · ca. 50 m Streckeca. 30 km/h
Langer Slalom74 × 9 m + 2 × 7 m · ca. 80 mStart ca. 30 km/h
Schritt geradeausca. 25 mSchrittgeschwindigkeit
Stop and Gomehrfachniedrige Geschwindigkeit
KreisfahrtRadius 4,50 m · Ø 9,00 mSchräglage erforderlich
WichtigBei Aufgabe 1 sind 6 Kegel aufgestellt; dadurch entstehen 5 Abstände à 3,50 m. Beim langen Slalom stehen 7 Kegel: 5 Kegel im ersten Abschnitt mit 4 Abständen à 9 m, danach 2 weitere Abstände à 7 m.

Dieses digitale Handbuch dient der internen Ausbildung und Prüfungsvorbereitung. Maßgeblich bleiben die zum Prüfungszeitpunkt geltende Prüfungsrichtlinie und der aktuelle Fahraufgabenkatalog.